Der Bund der Alttreuen

Ursprünglich war der Bund als Vereinigung jener Adeligen gedacht, die sich inmitten des zerfallenden Reiches nach den guten und einigen Tagen unter Kaiser Reto zurücksehnen - mittlerweile sind Enttäuschung und Ehrgeiz die stärkeren Motive. Während sich der Kosch allgemein über die gestärkte Verbundenheit mit den Zwergen freut, lehnt der Bund deren gewachsenen Einfluss ab. "Die Angroschim sind unsere ältesten Verbündeten - doch unter solchen ist es üblich, dass man dem anderen die eigenen Angelegenheiten selbst überlässt", sagte jüngst unverblümt Neralda von Nadoret. Sie repräsentiert das mächtigste Baronsgeschlecht der Grafschaft Ferdok, welches seit langem dem Zwergen Growin die Grafenwürde neidet. Die Baronin von Nadoret weiß etliche Edelleute auf ihrer Seite, darunter den Enkel des einstigen schetzenecker Grafen, Reto Hlûthar von Bodrin-Hardenfels. Nach dem Verschwinden Graf Helkors und dem Tod seines Vaters Beregon ist Reto Hlûthar zudem empfänglich für Einflüsterungen seiner Albuminer Großmutter, Gräfin Calderine von Hardenfels, seine Tante Iralda habe die Grafschaft leichtsinnig verschenkt. Ein anderer Angehöriger eines kürzlich entmachteten Grafenhauses, der Hofherold Hernobert von Falkenhag, steht dagegen treu zur Politik von Fürst und Kanzler Nirwulf, wiewohl er auf seinen Botenreisen manchem Abwerbversuch von Alttreuen begegnet. Für diese wäre der Hofherold als direkte Verbindung zum Fürsten ein wichtiger Verbündeter, denn bislang zeigt die Stimmungsmache des Adelsbundes weder große Wirkung noch ist man sich über die Wahl der Mittel einig. Das mag sich erst bei der nächsten wichtigen Lehensvergabe ändern - oder wenn sich der alte Fürstenhorter Vogt Roban von Treublattt stärker einbringen sollte. Der listenreiche Intrigant und Betrüger Roban hält sich trotz Sympathiebekundungen bislang vornehm zurück.